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Mitarbeiter der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung haben die Nahrungszusammensetzung der deutschen Wölfe analysiert. Dabei wurden über 3.000 in der gesamten Lausitz nördlich von Niesky gesammelte Kotproben aus einem Zeitraum von 8 Jahren auf Reste von Beutetieren (Haare, Knochen, Hufe oder Zähne) untersucht und die Ergebnisse durch Informationen, die man anhand von Funden von Resten erlegter Beute erhielt, ergänzt.
Die Wölfe ernähren sich zu 96% von wilden Huftieren (55, 3% Rehe, 20,8% Rotwild, 17,7% Schwarzwild). Hasen haben einen Anteil von knapp 3%, Nutztiere (Schafe, Ziegen) liegen bei einem Anteil von unter einem Prozent. Laut Prof. Dr. Hermann Ansorge, Abteilungsleiter Zoologie am Senckenberg Forschungsinstitut in Görlitz, würden Wölfe beim Fressen von Nutztieren allerdings häufig gestört werden, sodass sich nur wenige Spuren in den Losungen finden ließen. Auch Mäuse werden gelegentlich gefressen.
Von Rindern, Pferden oder gar Menschen gab es in den Proben keine Nachweise. Einzig ein Stück Arbeitshandschuh wurde in einer Probe gefunden - wahrscheinlich beim Spiel mit dem Gegenstand verschluckt.
Die Wissenschaftler stellten außerdem fest, dass die Hauptbeute der Wölfe innerhalb von zwei Generationen von Rotwild auf Rehe wechselte. Sie führen dies auf die Umweltbedingungen zurück: Während in den eher großflächigen Wäldern Polens aus denen die ersten Wölfe kamen eher Hirsche anzutreffen waren, seien in den kleinräumigeren und von Wegen und Feldern durchzogenen Wäldern der Lausitz mehr Rehe und Wildschweine anzutreffen seien.
Die Studie wurde im Fachjournal "Mammalian Biology" veröffentlicht:
Wagner, C., et al., Wolf (Canis lupus) feeding habits during the first eight years of its occurrence in Germany.Mammal. Biol. (2012), doi: 10.1016/j.mambio.2011.12.004
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1616504711001625
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