Am Donnerstag, den 05. August entschied Richter Donald Molloy vom Bundesgericht in Montana, dass das sogenannte "Delisting", mit dem der Entzug des normalerweise im Rahmen des Endangered Species Act (ESA) von 1973 geltenden Schutzstatus der Wölfe in Idaho und Montana bezeichnet wird, möglicherweise illegal gewesen sei.
Das Delisting, was in der Bush-Administration vom US Fish and Wildlife Service (USFWS) 2009 als eine Folge der positiven Entwicklung der Wolfspopulationen in den Staaten angepriesen wurde, legte die Verantwortung des Wolfmanagements wieder in die Hände der Staaten Idaho und Wyoming, nach deren Vorlage eines entsprechenden Managementplans, der den fortwährenden Schutz der Wölfe gewährleisten sollte. Da Wyoming keinen solchen Plan vorweisen konnte, blieb die Verantwortung dort beim USFWS und der Wolf somit im Rahmen des ESA geschützt.
Grundlage für das Delisting war die Annahme der Behörde, dass eine Population von mindestens 300 Wölfen als eine wiederhergestellt und gesichert anzusehen sei, eine Auffassung, die von den meisten Wissenschaftlern nicht geteilt wird. Ihren Angaben seien 2.000 bis 5.000 Wölfe in der Region nötig, um eine nachhaltig gesunde Population gewährleisten zu können.
Dem Delisting folgend wurden in beiden US-Staaten Wolfsjagden veranstaltet, in denen die Wolfspopulation auf den von beiden Staaten im Rahmen des Managementplans festgesetzten Rahmen zusammengeschossen werden sollten. In Idaho standen Jäger Schlange in den Jagdbehörden, um eine der begehrten Abschusslizenzen zu ergattern, die für $11.50 pro Wolf an Einheimische und $186 an Gastjäger vergeben wurden. Am ersten Tag wurden über 2.600 dieser Genehmigungen zum Abschuss eines der geplanten 220 Wölfe an Jäger verkauft.
Letztlich fielen den Jagden in Idaho und Montana insgesamt 260 Wölfe zum Opfer.
In zahlreichen Gerichtsverfahren versuchten zahlreiche Umweltorganisationen, das Delisting zu stoppen, was im ersten Anlauf 2008 zwar funktionierte, im letzten Jahr jedoch trotz weiterer schwebender Verfahren in Kraft gesetzt wurde. Eines dieser Verfahren, was von Earthjustice im Namen von 13 Organisationen geführt wurde, führte nun endlich zu diesem Richterspruch.
Die Entscheidung zum Delisting trennte nach Auffassung des Gerichts in illegaler Weise die Wolfspopulation in den nördlichen Rocky Mountains durch den Entzug des Schutzstatus für den größten Teil der Wölfe in der Region, während der Teil der Population in Wyoming weiterhin geschützt gewesen sei.
Das Urteil stellt den Schutz der Wölfe wieder her und stoppt weitere geplante Wolfsjagden in den Staaten. Wie lange das Urteil letztlich Bestand hat, wird sich erst noch zeigen müssen.
Idaho und Montana haben bereits angekündigt, ihre Mangementziele auf andere Weise durchsetzen zu wollen.
Eines Mitarbeiters der staatlichen Fischerei- und Jagdbehörde, Jim Unsworth, zufolge plant Idaho nach wie vor eine Reduzierung der geschätzten 845 Wölfe auf 520. Dazu soll eine 10/J Erlaubnis im Rahmen des ESA erwirkt werden, die vorsieht, dass (vom Staat wiedereingeführte) Wölfe, die Nutztiere bedrohen oder Wildbestände gefährden, von staatlichen Jägern und Privatgrundbesitzern geschossen werden dürfen. "Wir hätten es vorgezogen, Jäger dafür zu benutzen", sagte Unsworth.
In Montana war für diesen Herbst eine Wolfsjagd geplant, im Rahmen derer 186 der geschätzten 525 Wölfe getötet werden sollten. Hier gestaltet sich die Situation jedoch komplizierter, da die Wölfe im Norden Montanas einer natürlichen Population angehören, und somit unter vollem Schutz stehen, also auch im Rahmen von 10/J nicht geschossen werden dürfen. Die Wölfe im Süden hingegen gelten als experimentelle, wiedereingeführte ("nichtessentielle") Population und dürften über eine 10/J Genehmigung bejagt werden. Von offizieller Seite verlautete, dass Montana nicht nur eine Hälfte seiner Wolfspopulation bejagen möchte und nach Möglichkeiten sucht, die eine Jagd in ganz Montana ermögliche.
Als definitiv gilt aber, dass es diesen Herbst keine Jagden geben wird.
Zwischen Malschwitz und Bautzen sorgte am Wochenende ein Jungwolf für Aufregung, der von mehreren Anwohnern gesichtet und sogar fotografiert wurde. Er soll am Samstagvormittag mehrfach auf einem Feld zwischen der A4 und dem Stausee der Talsperre Bautzen gesehen worden sein, als er ein Rudel Rehe zu jagen schien. Später verließ er die Region und querte die östlich am Stausee verlaufende B156. Am Sonntag konnten zwei Rehrisse entdeckt werden, die laut Gesa Kluth entweder von einem unerfahrenen Wolf oder einem Hund gerissen worden seien. Nach Angaben von Ilka Reinhardt handelt es sich bei dem Tier vermutlich um einen Jährling aus dem Daubaner Rudel.
Bei der gerade erst eröffneten ersten Wolfsjagd seit 45 Jahren in Schweden sind bereits 20 Wölfe geschossen worden. Bis zum 15. Februar dürfen noch weitere 7 der insgesamt rund 200 Wölfe offiziell bejagt werden.
Das schwedische Parlament hatte im Oktober 2009 die kontroverse Vergabe von Jagdlizenzen für Wölfe beschlossen, um eigenen Angaben nach die Akzeptanz für den Wolf zu stärken. Ausserdem litten die Wölfe an massiven Inzuchterscheinungen.
Die Regierung gab das Ziel aus, den Wolfsbestand über fünf Jahre hinweg auf ein Niveau von unter 210 Tieren in 20 Rudeln zu begrenzen. Dazu wird jährlich eine neue Abschussquote festgesetzt.
Das Amtsgericht Dannenberg verurteilte am 26.11. einen der Jäger, die vor zwei Jahren bei einer Jagd in einem Waldstück bei Gedelitz einen Wolf erschossen hatten, zu einer Geldstrafe von 1000 Euro. Zusätzlich wurde die Tatwaffe des 53-jährigen Schützen eingezogen, der angab, den vom ersten Schuss gelähmten Wolf von seinem Leiden zu erlösen versucht zu haben.
Der Todesschütze indes wurde noch nicht verurteilt - dieser soll den ersten und den letzten Schuss gesetzt haben. Das Verfahren gegen ihn wird krankheitsbedingt zu einem späteren Zeitpunkt verhandelt.
"Der Wolf hat in der Schweiz nichts zu suchen. [...] Unsere Väter und Grossväter hatten gute Gründe, ihn auszurotten."
Mit markigen Sprüchen machte Nationalrat Roberto Schmidt auf einer Anti-Wolf-Demonstration auf dem Bundesplatz in Bern vor 800 Schaf- und Ziegenuüchtern Stimmung gegen den Wolf. Die Teilnehmer der vom "Verein zur Verteidigung gegen Großraubtiere" (VVG) und dem "Schweizerischen Ziegenschutzverband" (ZZV) organisierten Kundgebung forderten einen einfacheren Abschuss von Wölfen und dass der Schutz der Großraubtiere nicht länger über den Schutz der Nutztiere gestellt werde.
Wie der ORF am gestrigen Donnerstag unter Berufung auf den Wildbiologen Hubert Schatz meldete, gibt es im Gauertal in der Region Vorarlberg in Österreich erstmalig einen Hinweis auf die Präsenz eines Wolfes.
Der ursprünglich wohl aus den italienischen Abruzzen stammende und vermutlich aus dem benachbarten Graubünden (Schweiz) übergewechselte Wolf soll vergangene Woche zwischen 10 und 15 Schafe gerissen haben. Bereits auf Schweizer Seite sei der Wolf bereits auffällig geworden und habe 12 Schafe gerissen. Beide Rissstellen liegen nur wenige Kilometer voneinander entfernt.
Während laut Schatz alle Indizien darauf hinwiesen, dass es sich um einen Wolf handelt, muss die Analyse der DNA einer vor Ort entdeckten Kotprobe durch ein Wiener Labor letzte Sicherheit geben.
Indes hat man in der Region eine Fotofalle installiert, die die Präsenz des Wolfes visuell untermauern soll.
Am 26. Juli hat Sarah Palin ihr Amt als Gouverneurin des Bundestaats Alaska niedergelegt und die Amtsgeschäfte an Sean Parnell übergeben. Die 45jährige Republikanerin schaltete bei den Vorwahlen im August 2006 ihren Vorgänger Frank Murkowski deutlich aus und entschied am 7. November 2006 die Wahl als erster weiblicher und zugleich jüngster Gouverneur in der Geschichte des nördlichsten Staates der USA für sich.
Palin hat sich sowohl während ihrer Amtszeit als auch während der Präsidentschaftswahlen 2008 als Hardliner hervorgetan, als Vertreterin der Todesstrafe, als gegen die Einschränkung des privaten Waffenbesitzes eintredendes Mitglied der National Rifle Association, als Feministin und strikte Abtreibungsgegnerin sowie Gegnerin gleichgeschlechtlicher Eheschießungen.
Zu ihren ärgsten tierschutzrelevanten Entscheidungen gehören die Unterstützung einer Kampagne gegen den Schutz von Eisbären und ihr vehementes Wolfsjagdprogramm, das zweimal gegen die Stimme der Mehrheit der Bevölkerung Alaskas durchgesetzt wurde und den Abschuss von Wölfen aus Flugzeugen heraus erlaubte. Überdies wurde ein Kopfgeld in Höhe von $150 für jeden getöteten Wolf, beziehungsweise dessen abgetrennten Vorderlauf, ausgelobt.
Der Rücktritt von Palin vom Amt des Gouverneurs wird nun als Chance gesehen, diesem grausamen Treiben ein Ende zu setzen. Die demokratischen Senatoren Diane Feinstein (Kalifornien) und Ben Cardin (Maryland) haben am 26. Juli einen Gesetzesentwurf eingebracht, der Jägern ausdrücklich untersagt, Wildtiere vom Flugzeug aus zu erschießen. Der sogenannte PAW-Act (für Protect America's Wildlife) schließt eine Gesetzeslücke im Luftjagdgesetz von 1971. Die Senatoren betonten, dass das Gesetz speziell die Verfolgung der Wölfe beenden soll.
»Das Schießen von Wildtieren aus Flugzeugen ist kein Sport - es ist grausam und unmenschlich. Es untergräbt das Prinzip einer fairen Jagd und führt häufig zu einem langsamen und schmerzvollen Tod der Tiere. Diese Praktik sollte verboten werden.« sagte Feinstein. Gleichzeitig solle die »legitime Sportjagd« nicht von dem Gesetz berührt werden.
Ob und welche Staaten den Entwurf ratifizieren, ist noch nicht bekannt.
Pat Valkenburg von der Jagd- und Fischereibehörde Alaskas (Alaska Department of Fish and Game) reagierte mit Unverständnis auf das Vorhaben. »Dieser Gesetzesentwurf macht es praktisch unmöglich, die Wolfspopulationen in Alaska auf verantwortungsvolle Weise zu managen. Wir haben derzeit endlich ein Programm das funktioniert, und es nun aufgrund der emotionalen Gefühle uninformierter Personen zu beenden ist einfach keine gute Idee.«
Wie aus dem Präsidium des Staatsrates im Wallis am Donnerstag verlautete, beschloss die interkantonale Kommission in Bern am Dienstag, den 4. August nach Sichtung der Schadensbilanz der Wolfsübergriffe der letzten Wochen im Wallis den Abschuss je eines Wolfes im Val d'Illiez und im Val des Dix.
Der Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere wird eine Frist von 60 Tagen eingeräumt, den Beschluss zu vollziehen, wie es in dem Schreiben heisst, also die Tiere zu töten. Laut dem Chef der Walliser Jagddienststelle Peter Scheibler gilt die Bewilligung für einen beliebigen Wolf, der sich in den jeweiligen Regionen aufhalte und den Jägern vor die Flinte laufe, was diese Maßnahme endgültig zu einer Farce macht und eher Züge einer Vergeltungsaktion denn eines ernstzunehmenden Wolfmanagements aufweist.
Update: Inzwischen ist im Kanton Luzern ein weiterer Wolf zum Abschuss freigegeben, der mindestens 30 Schafe gerissen haben soll.
Update (19.08.): Der WWF und Pro Natura haben gegen alle drei Abschussbewilligungen Rekurs eingelegt. Mirjam Ballmer von Pro Natura führt an, dass in den wenigsten Fällen von Angriffen die Schafe ausreichend geschützt gewesen seien. Kurt Eichenberger vom WWF Schweiz bringt es auf den Punkt: "Es ist ein Armutszeugnis für die Schweiz, dass wir die Gerichte bemühen müssen, um den rechtmässigen Schutz des Wolfes sicherzustellen." Die Schafsömmerung müsse so umgestellt werden, dass Herdenschutzmaßnahmen zur Voraussetzung von Direktzahlungen von Subventionen werden.
Update (20.08.): Für einen männlichen Wolf im Val d'Illiez indes kommt dieser Schritt der beiden Naturschutzorganisationen zu spät. Er wurde heute morgen in unmittelbarer Nähe zu einer Schafherde erschossen.
Die Hongkonger Luxus-Hotelkette Shangri-La wirbt in ihrer neuen globalen Werbekampagne "It's in our nature" ("Es liegt in unserer Natur") in ungewöhnlicher Art und Weise mit Wölfen.
In dem Werbefilm wird ein Wanderer gezeigt, der sich durch einen unwirtlichen verschneiten Wald kämpft und sich offenbar verirrt hat. Während seine Kräfte schwinden und die Kälte ihn zu besiegen droht, nimmt er die Präsenz von Wölfen wahr, die ihm folgen. Als er am Ende seiner Kräfte schließlich im Schnee zusammenbricht, wittern die Wölfe ihre Chance und... sehen Sie selbst: